Publikation in Zeitschrift: Pädiatrie & Pädologie

Dangl, S. Paediatr. Paedolog. (2019) 54(Suppl 1): 31. https://doi.org/10.1007/s00608-019-0669-7

„Mühsam ist der Weg: Kooperationsvertrag als Basis der Zusammenarbeit“. Von: DSA Stephan Dangl.

 

Kinder und Jugendliche mit psychosozialen Schwierigkeiten leben in Familiensystemen mit komplexen Problemlagen und beschäftigen im Gegenüber viele Hilfedienste verschiedener Institutionen und Professionen. Dabei werden Organisationen mitunter über die Grenzen ihrer Belastbarkeit geführt, und in der Beobachtung von Behandlungsverläufen wird deutlich, dass diese oft an den Schnittstellen der verschiedenen Institutionen scheitern.

Wichtig ist, dass wir im Gegenüber zu einer gemeinsamen Sichtweise und in der Folge zu einem gemeinsamen Ziel kommen, unsere Angebote abstimmen, um effizient zu helfen, Eltern und deren Kinder einbinden, Behandlungspläne anbieten, die Hoffnung und nicht Verwirrung stiften, und neben dem Denken des professionellen Gegenübers zu einem Denken des professionellen Miteinanders kommen.

Netzwerke sind Garanten, um Kooperation zu ermöglichen. Voraussetzung ist, dass sich Helfer kennen, um über die Möglichkeiten, aber auch über die Grenzen der jeweiligen Angebote Bescheid zu wissen, sich über eine gemeinsame Sprache verständigen zu können, Informationen austauschen zu dürfen und einander zu vertrauen.

Helfernetzwerke arbeiten mit Familien in hoch affektiv geladenen Konflikten, die wiederkehrenden Krisensituationen ausgesetzt sind. Das überträgt sich auch auf das Helfersystem und führt dort zu Verstrickungen. Um interinstitutionelles Agieren zu vermeiden, das letztlich zu Ausstoßungsprozessen von zu behandelnden Kindern und Jugendlichen führt, bedarf es Kooperationsverträgen, die Ziele, Behandlungspläne und Fallkoordination festlegen, aber auch die Leiter der betreffenden Einrichtungen verpflichtet, in Konfliktsituationen zu vermitteln.