2026: Wie viel Smartphone verträgt der Alltag? - Fortbildung & Diskussion mit Fabian Scheck (ORF 1 Handyexperiment)


Zusammenfassender Bericht: Fortbildungsveranstaltung „Wie viel Smartphone verträgt der Alltag?“

Donnerstag, 10. September 2026, 15:00–17:30 Uhr, Stadtgalerie Mödling
Veranstalter: Kindernetzwerk Industrieviertel

Überblick

Die Fortbildungsveranstaltung befasste sich mit den Ergebnissen des ORF-„Dok 1“-Handyexperiments „3 Wochen ohne Smartphone“ und mit der Frage, wie sich diese Erkenntnisse in Familie und Schule umsetzen lassen. Es referierten Fabian Scheck (Initiator des Handyexperiments, Pädagoge) und Andrea Buhl-Aigner (Smartphonecoach.org). Ursula Hörhan (Fachstelle für Suchtprävention NÖ) gab einen kurzen Hinweis auf Angebote in Niederösterreich. Den Abschluss bildete eine moderierte Diskussion mit Fragen aus dem Publikum, an der die Vortragenden und der Verein Tender (Jugendsuchtberatungsstelle Waggon & Mobile Jugendarbeit MOJA) aus Mödling teilnahmen.

Vortrag Fabian Scheck: „21 Tage ohne Smartphone“

Angefangen hat es mit 69 Jugendlichen am Konrad Lorenz Gymnasium Gänserndorf. Sie haben drei Wochen lang ihr Smartphone abgegeben: keine Nachrichten, kein Snapchat, kein TikTok. Daraus ist das größte Experiment dieser Art geworden, mit über 45.000 teilnehmenden Jugendlichen in ganz Österreich. Fabian Scheck hat es angestoßen.

Die Daten sind eindeutig. Wer das Handy ganz weglegte, profitierte am meisten, beim Schlaf ebenso wie bei Stimmung und Wohlbefinden. Am stärksten gingen die depressiven Symptome zurück: in der Verzichtsgruppe um rund ein Viertel, deutlich mehr als in der Vergleichsgruppe. Auch wer die Nutzung nur reduzierte, merkte einen Effekt, allerdings etwa halb so stark. Nach dem Experiment kehren alte Gewohnheiten zum Teil zurück. Ein Teil der Wirkung bleibt aber, am stabilsten beim Schlaf.

Das Experiment reichte über die Klasse hinaus. Die Hälfte der Eltern (49 %) gab an, während des Versuchs bewusst die eigene Bildschirmzeit reduziert zu haben.

Die Jugendlichen selbst berichteten, dass sie besser und länger schliefen, sich leichter konzentrierten und mehr freie Zeit hatten. Sie lasen mehr und redeten mehr mit Freunden. In den Pausen war wieder die Klasse das Thema und nicht der Bildschirm. Eine Schülerin beschrieb die Erleichterung, „nicht mehr in der Sekunde antworten“ zu müssen.

Fabian Scheck sprach auch über die Gefahren in Social Media. Altersgrenzen lassen sich mit einem Klick umgehen. Hinzu kommen Gewalt, Sexualisierung und lebensgefährliche Challenges, etwa das „U-Bahn-Surfen“, das 2024 in Wien zwei Jugendliche das Leben kostete und dabei live übertragen wurde. Er nannte Falschinformationen und Gruppenchats, in denen Mobbing, Ausgrenzung und Drohungen alltäglich sind. Am Beispiel Roblox zeigte er, wie Unbekannte in Spiele-Chats Kontakt zu Kindern suchen und versuchen, das Gespräch auf private Kanäle zu verlagern. Dass all das kein Zufall ist, belegte er mit einem Zitat von Aza Raskin, einem der Erfinder des „Infinite Scrolling“: Die Geräte seien gezielt darauf ausgelegt, abhängig zu machen.

Eltern sind sich der Risiken durchaus bewusst:

  • 77 % sorgen sich, dass ihr Kind im Internet belastende Erfahrungen macht (Jugendmedienschutz-Index 2022).
  • 75 % meinen, dass Kinder im Internet auf ungeeignete Inhalte stoßen (KIM 2024).
  • Für 50 % ist der Medienkonsum ihrer Kinder die größte Sorge (Forsa/Körber-Stiftung 2025).

Im Alltag folgt daraus aber wenig. Laut KIM 2024 setzen 55 % der Eltern beim Smartphone ihres Kindes keinerlei Grenzen. Nur 27 % besprechen die Nutzungszeiten gemeinsam mit dem Kind.

Dass sich auch die Konzerne bewegen müssen, zeigte Scheck am Vergleich, den Meta laut Bericht vom 26. August 2026 geschlossen hat. Meta zahlt 16,68 Mrd. US-Dollar an vier US-Bundesstaaten und verpflichtet sich zu Zeitlimits und Zugangssperren für Minderjährige. Sein Schlussappell an das Publikum: „Sei selber smart.“

Mehr zum Handyexperiment: https://www.handyexperiment.org/

Vortrag Andrea Buhl-Aigner: „Always ON & Gefangen im Flow?“

Andrea Buhl-Aigner arbeitet als Smartphonecoach mit Kindern und Jugendlichen von der 4. Klasse Volksschule bis zur Matura, in allen Schulformen. Ihre Kernaussage: Regeln rund ums Handy scheitern selten am guten Willen. Sie scheitern aus drei Gründen:

  • Sie gelten nicht für alle. Wenn Lehrkräfte oder Eltern selbst keine Regeln einhalten, fehlt die Glaubwürdigkeit.
  • Die Erwachsenen wissen nicht genau, was sie regeln. Wer die Spiele und Netzwerke der Kinder nicht kennt, trifft schlechte Vereinbarungen und wird von Jugendlichen nicht ernst genommen.
  • Es fehlen echte Konsequenzen. Entscheidend sind die ersten Tage und Wochen nach Einführung einer Regel, weil die Kinder dann testen, wie ernst sie gemeint ist.

Wie weit Anspruch und Wirklichkeit bei Jugendlichen auseinanderliegen, zeigte eine anonyme Live-Umfrage in einer Oberstufe in Bad Vöslau mit rund 50 Schüler:innen:

  • Jede:r Vierte hält acht Stunden Handyzeit pro Tag und mehr für normal.
  • 44 % fühlen sich vom Handy viel oder dauernd abgelenkt.
  • Nur 19 % können ihre Handyzeit nach eigener Einschätzung problemlos steuern. 58 % sind oft länger dran als geplant, 23 % haben es „dauernd in der Hand“.
  • 59 % wären gerne weniger online. Ein Teil davon versucht es bereits, fast jede:r Fünfte schafft es nach eigener Aussage nicht.

Buhl-Aigner empfiehlt zum Einstieg in das Thema anonyme Befragungen mit Tools wie Mentimeter oder Kahoot, in der Klasse ebenso wie am Elternabend.

Ihr zweiter Schwerpunkt galt der Zusammenarbeit. Wenn Schulleitung und Lehrkräfte an einem Strang ziehen, merken Schüler:innen, dass es ernst gemeint ist. Noch wirksamer wird es, wenn die Eltern mitziehen. Eine klare Haltung der Schule stärkt vor allem jene Eltern, die ohnehin strenger regeln wollen, sich aber allein fühlen. Die Unentschlossenen schließen sich dann oft an. Als Beispiel nannte sie eine Vereinbarung, die sich Eltern einer Klasse gemeinsam geben können: kein Handy am Esstisch, keines bei den Hausaufgaben und nach 19 Uhr keines im Schlafzimmer. Wenn alle Kinder dieselben Regeln haben, gibt es weniger Diskussionen, und die Kinder können die Eltern nicht mehr gegeneinander ausspielen.

Tragfähig werden solche Regeln nach Buhl-Aigner durch ein gemeinsames „Wofür“. Gemeint ist nicht der Kampf gegen das Gerät, sondern ein klares Ziel: Konzentration, guter Schlaf, gemeinsame Zeit, Ruhe, der Schutz der Kinder. Je konkreter dieses Ziel ist, desto leichter fällt es, durchzuhalten.

Für die Praxis brachte sie eine Reihe erprobter Materialien mit:

  • Dokumentationen für Unterricht und Elternabend: die ORF-Dok 1 zum Handyexperiment (genau eine Stunde lang, passend für eine Doppelstunde mit Diskussion), die Netflix-Doku „Das Dilemma mit den sozialen Medien“ (für pädagogische Vorführungen freigegeben) und das Projekt „Made to Measure“ (WDR).
  • ZDF-Dokureihen für Erwachsene: „Generation Porno“ über einen Jugendlichen, der mit zwölf Jahren eine Pornosucht entwickelte, ohne dass seine Eltern es bemerkten. Eine weitere Reihe behandelt das Täternetzwerk „764“, das Kinder über Spiele anschreibt und zu Gewalt anstiftet. Laut aktuellen Recherchen ist es auch in Österreich aktiv.
  • Unterrichtsideen: ein TikTok-Algorithmus-Experiment, bei dem Schüler:innen mit fiktiven Rollen-Accounts beobachten, wie schnell sich ihr Feed verändert. Außerdem eine „PowerPoint-Karaoke“ zu fragwürdigen Trends wie Looksmaxxing, #jawline oder der Hot-Chip-Challenge sowie das Methodenset „Unlearn antifeminism on TikTok“.
  • Neue Themen: KI-Companions wie character.ai oder „My AI“ in Snapchat, die sich Jugendlichen als verständnisvolle Freund:innen anbieten.
  • Selbsttests und Leitfäden: der Online-Selbsttest „Check dich selbst“ sowie der Leitfaden „In 2 Schritten zu fokussierter Handy-Nutzung“.

Ihr Appell an Schulen und Eltern: das Handyexperiment selbst durchführen oder unterstützen. Schon ein Satz gegenüber Lehrkräften und anderen Eltern wie „Tolle Idee, wir machen zuhause mit“ macht einen Unterschied. Die Voranmeldung für das Handyexperiment 2027 läuft bereits.

Alle Materialien, Links und Downloads stehen unter smartphonecoach.org/fachtag zur Verfügung. Zum Weiterlesen und -hören empfahl Buhl-Aigner ihr Buch „Handyfreie Schule – Vom Dauerkonflikt zur gelebten Regel“ und den Podcast „Smartphone Sprechstunde“, der jeden Donnerstag erscheint.

Ursula Hörhan, Fachstelle für Suchtprävention NÖ

Homepage: Medienfit in Niederösterreich

Ursula Hörhan wies auf die neue Landesinitiative „Medienfit in Niederösterreich“ hin. Die Plattform wird von der Jugend:info NÖ betrieben und bietet Lehrkräften kostenlose Unterrichtsmaterialien für die 5. bis 8. Schulstufe. Jede Schulstufe hat einen eigenen Schwerpunkt:

  • 5. Schulstufe: digitale Kommunikation und ihre Wirkung
  • 6. Schulstufe: Gruppendynamik
  • 7. Schulstufe: Mechanismen sozialer Medien und Manipulation
  • 8. Schulstufe: Selbstdarstellung und digitaler Fußabdruck

Jedes Thema gibt es in drei Formaten: als 5- bis 10-minütigen „Quick Impuls“, als fertig ausgearbeitetes Stundenbild für eine Unterrichtsstunde und als Challenge für längere Projekte. Zu jedem Schwerpunkt bietet ein kurzer Themenüberblick den Lehrkräften fachliche Orientierung. Über digitale Quiz- und Reflexionsformate sammeln Schüler:innen Kompetenzabzeichen. Mit allen vier Abzeichen erhalten sie ein „Medienfit in NÖ“-Zertifikat. Für Eltern hat die Fachstelle einen eigenen Bereich mit Tipps, Antworten auf häufige Fragen, Broschüren und einem Podcast mit Ingrid Brodnig zusammengestellt.

Diskussion – Tipps für weniger Handynutzung im Alltag

In der moderierten Diskussion beantworteten die Vortragenden gemeinsam mit dem Verein Tender (Jugendsuchtberatungsstelle Waggon: DSA Martina Niederreiter; Mobile Jugendarbeit MOJA: DSA Peter Nöbauer) Fragen aus dem Publikum. Hierbei wurden auch Tipps für weniger Handynutzung im Alltag gesammelt.

Die besten Tipps

  1. Das Schlafzimmer bleibt nachts handyfrei. Das Smartphone wird außerhalb des Zimmers geladen, geweckt wird mit einem analogen Wecker. Beim Schlaf hält der Effekt am längsten an.
  2. Handyfreie Zonen einrichten. Esstisch und Hausaufgaben sind handyfrei, ab einer festen Uhrzeit ebenso das Schlafzimmer.
  3. Das Smartphone als Werkzeug verstehen, nicht als Geschenk. Erziehungsberechtigte stellen das Gerät zur Verfügung, statt es etwa zum Geburtstag zu schenken. So bleibt klar, dass sie weiterhin Regeln festlegen und Einblick nehmen dürfen, ohne dass sich das Kind in seinem Eigentum beschnitten fühlt.
  4. Sich mit anderen Erziehungsberechtigten absprechen. Wenn die Erziehungsberechtigten einer Klasse dieselben Regeln vereinbaren, gibt es weniger Diskussionen, und das Argument „alle anderen dürfen“ fällt weg.
  5. Ein gemeinsames Ziel festlegen. Die Familie oder Klasse klärt zuerst, wofür sie weniger Handy will, etwa für Schlaf, Konzentration oder gemeinsame Zeit. Die Regeln leiten sich aus diesem Ziel ab.
  6. Regeln gelten für alle. Auch Erziehungsberechtigte und Lehrkräfte halten sich an Regeln. Sie müssen nicht identisch sein, aber sichtbar und verbindlich.
  7. Konsequent bleiben, besonders am Anfang. In den ersten Wochen testen Kinder, ob die Regel ernst gemeint ist. Konsequenzen werden vorher vereinbart und dann auch umgesetzt.
  8. Die Welt der Kinder kennenlernen. Erziehungsberechtigte und Lehrkräfte probieren die Apps und Spiele der Kinder selbst aus, reden regelmäßig darüber und fragen nach. Wer mitreden kann, wird ernst genommen und erfährt früher von Problemen.
  9. Gemeinsam verzichten statt allein. Eine Klasse oder Familie verzichtet gemeinsam für eine begrenzte Zeit, zum Beispiel beim Handyexperiment oder mit einem fünftägigen Detox. In der Gruppe fällt der Druck weg, ständig antworten zu müssen.
  10. Eine Anschlussregel planen. Nach dem Verzicht werden feste handyfreie Zeiten vereinbart, sonst kehren die alten Gewohnheiten zurück.
  11. Technische Hürden einbauen. Push-Benachrichtigungen werden ausgeschaltet, Social-Media-Apps vom Startbildschirm entfernt, und Zeitlimits werden gemeinsam mit dem Kind eingestellt statt heimlich.
  12. Den Bildschirm entfärben. Der Bildschirm des Smartphones wird auf schwarz/weiß bzw. monochrom eingestellt.
  13. Den Einstieg hinauszögern. Das erste eigene Smartphone und Social-Media-Konten kommen möglichst spät, frühestens ab dem Mindestalter der Plattform.
  14. Heikle Themen offen ansprechen. Eltern sprechen Pornografie, Gewaltinhalte und Kontaktanfragen von Fremden aktiv an, bevor das Kind darauf stößt. Kinder sollen wissen, dass sie jederzeit ohne Strafe davon erzählen können.

Dokumente

2025: "How to be Normal and the Oddness of the Other World" - Kinovorführung & Filmdiskussion

Vielen Dank an der zahlreichen Teilnahme am 20.11.25 zum Film „How to be Normal and the Oddness of the Other World“ mit Regisseur Florian Pochlatko im Cinema Paradiso Baden.

Filmbeschreibung: Der Eröffnungsfilm der Diagonale ist eine Sensation! Junges, neues, turbulentes, frisches Kino aus Österreich, das an Tarantino erinnert. Pia ist Mitte zwanzig und irgendwie verloren. Frisch aus der Psychiatrie entlassen, kehrt sie zurück ins alte Kinderzimmer. In ihrem neuen Bürojob beim Vater soll jetzt endlich alles “normal” werden.

Ein zutiefst gegenwärtiger Film über Gesundheit, familiären Druck und die Frage, wie man ein selbstbestimmtes Leben führen kann, wenn alle anderen wissen wollen, wie man “normal” zu sein hat. Starbesetzt bis in die kleinste Rolle mit Elke Winkens, Cornelius Obonya, Felix Pöchhacker (Felix Kramer), Luise-Céline Gaffron, David Scheid, Harald Krassnitzer.

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=c86wo7wz80Q

Moderation: Agnes Zenk

v.l.n.r.: Vereinsobmann Markus Mayerhofer, Moderatorin Agnes Zenk, Regisseur Florian Pochlatko, Organisatorin Alexandra Kunerth, Koordinationsteammitglied Christine Voggenhuber

2024: "Favoriten" - Kinovorführung & Filmdiskussion

Vielen Dank für einen ausverkauften Kinosaal und das hohe Interesse bei der anschließenden Diskussion zum Kinoevent „Favoriten“ mit Protagonistin Ilkay Idiskut in Kooperation mit dem Cinema Paradiso Baden.

Datum: Dienstag, 19.11.24, 17:00 Uhr Filmbeginn, 19:15-20:00 Uhr Filmgespräch.

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=2CKl9K6x718&ab_channel=FilmladenFilmverleih

Moderation: DI Thomas Krumpholz

01
previous arrow
next arrow
01
11
04
10
previous arrow
next arrow

Fotograf: Wolfgang Kunerth

2024: „Die andere Seite der Couch“ - LESUNG mit Autorinnen und Musikbegleitung

Zusammenfassung

Liebe Netzwerker*innen!

Das Kindernetzwerk Industrieviertel veranstaltete am 23. Februar von 18:00-19:30 Uhr eine LESUNG aus „Die andere Seite der Couch: Therapie und Ihre Auswüchse“ mit den Autorinnen Ines Vasku und Angelika Schäffel sowie mit musikalischer Untermalung des Musik-Duo “Soulstring”. Im Anschluss fand eine freie Vernetzung bis ca. 21:30 Uhr statt. Es haben ca. 65 Personen teilgenommen.

Inhalt: Die andere Seite der Couch“ zählt medikamentös – therapeutische Erfahrungen von vier verschiedenen Menschen auf und zeigt einen Einblick in das Leben von psychisch erkrankten und teilweise schwer traumatisierten jungen Menschen. Das Buch gibt einen generellen Einblick in das Leben mit noch immer stigmatisierten, vielseitigen Erkrankungsarten. Von Depressionen zu Schizophrenie bis hin zur posttraumatischen Belastungsstörung findet man zu diversen seelischen Erkrankungen eine genaue Beschreibung und auch, wie das Leben trotz dessen in halbwegs normalen Bahnen verläuft.

Zusammenfassung: An dieser Stelle die richtigen Worte für die überwältigenden Emotionen zu finden, welche die vier ganz unterschiedlichen Charaktere aus dem Buch im Publikum ausgelöst haben, ist eigentlich nicht möglich. In allerhöchstem Ausmaß berührend und von unschätzbarem Wert waren die tiefen inneren Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt der Jugendlichen bzw. nun Jungen Erwachsenen, welche sich in therapeutische Prozesse hineinbegeben haben und die zugehörigen Lebensumstände dicht, kompakt und leicht verständlich beschrieben. Die Teilnehmenden konnten so auch nachspüren, was es bedeutet: auf der anderen Seite der Couch zu sitzen; wie höchst unterschiedlich Fremd- und Selbstwahrnehmung sein kann; wie wichtig es ist einzugestehen, sich im Falle des Falles einzugestehen derzeit nicht hilfreich sein zu können, aber trotzdem in Beziehung zu bleiben und sich nicht abzuwenden; und noch vieles vieles mehr.

Garniert wurde die Lesung mit der musikalischen Performance von Soulstrings (Thomas & Kathi): Die ausgezeichnete Liedauswahl fing nicht bloß nur die Stimmung auf, sondern hob damit die Veranstaltung auf ein anderes Niveau. Da sie selbst im Sozialbereich tätig sind, können wir sie ganz besonders für milieuspezifische Veranstaltungen empfehlen!

Wir legen Ihnen den Erwerb des Buches nahe: Es ist zwar auch über Amazon erwerbbar, aber bei Direktbestellung an dieandereseitedercouch@gmx.at kommt mehr Geld bei den Autor*innen an. Es kostet € 15. Link zur Homepage von Autorin Ines Vasku: https://www.inesvasku.com/

An dieser Stelle wollen wir mit einem Zitat, welches Freud zugeschrieben wird und von den Autor*innen mitgebracht wurde, schließen: Bevor du dir selbst Depression oder einen Minderwertigkeitskomplex diagnostizierst, stelle sicher, dass du nicht einfach nur von Arschlöchern umgeben bist.

PXL_20240223_183929060-min
previous arrow
next arrow
PXL_20240223_183929060-min
PXL_20240223_183849636.MP-min
PXL_20240223_172629526-min
PXL_20240223_183246559.MP-min
PXL_20240223_173601982-min
previous arrow
next arrow

2024: "Trauma verstehen" - Online-Informationsevent

In unserer Online-Fortbildungsreihe wurde vertieftes psychologisches und pädagogisches Wissen über Traumaprozesse vermittelt. Die Fortbildung richtet sich generell an alle Professionist*innen, welche mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Die Teilnahme ist dank der Projektförderung des NÖGUS kostenlos.

Termin: Donnerstag 11.01. von 14:00-16:00 Uhr

Vortragende: Mag. Susanne Geisler (KJPP Hinterbrühl; Psychologin; Psychotherapeutin; Supervisorin; Coach; Homepage); Michaela Halper (Geschäftsführung Traumapädagogikzentrum; Inhaberin und Geschäftsführerin des Vereins Ubuntu; Traumapädagogin; diplomierte Kinderkrankenpflegerin; Homepage)

Moderation: Prim.a Dr.in Judith Noske (KJPP Hinterbrühl; Kindernetzwerk Industrieviertel)

Teilnehmende: 206 Personen

2023: Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten für Familien

In der Plattform des Kindernetzwerk Industrieviertel wurde eine Sammlung von finanziellen Untertsützungsmöglichkeiten für Familien durchgeführt. Besonderen Dank ergeht an Stephanie Fechner und Ines Zsutty, welche ausführliche Unterlagen zur Verfügung gestellt haben. Ergänzungen, Änderungen und Anmerkungen sind sehr gewünscht: In diesem Fall bitte an office@kindernetzwerk.at die betreffende Information bekannt geben.

2023: "Girl" - Kinovorführung & Filmdiskussion

Liebe Netzwerkpartner*innen!

Das Kindernetzwerk Industrieviertel präsentiert in Kooperation mit dem Cinema Paradiso Baden am 21. November den Film „GIRL“.

Die Plätze werden direkt über das Cinema Paradiso Baden vergeben. Die Karten werden zum Preis von € 8,50 verkauft.

Datum: Dienstag, 21. November 2023, 17:00 Uhr: Filmbeginn, 18:50-19:45 Uhr: Expert*innengespräch.

Nähe Infos zum Film und zum Kartenverkauf: https://www.cinema-paradiso.at/baden/filminfos/film3303/

Filmbeschreibung: Gefangensein im eigenen Körper – dieses Gefühl kennen die meisten Jugendlichen. Lara ist ein 15-jähriges Mädchen, das im Körper eines Buben geboren wurde und davon träumt, eine Ballerina zu werden. Als sie an einer renommierten Ballettakademie angenommen wird, zieht sie mit ihrem Vater und ihrem Bruder nach Brüssel. Doch der Leistungsdruck auf die junge Ballerina ist enorm und von ihren Mitschülerinnen und Mitschülern kann sie keinen Rückhalt erwarten. Als dann noch ihr Traum vom Tanzen zu platzen droht, entschließt sich Lara für einen Schritt, der alles verändern wird.

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=D678cWU0VYk&ab_channel=PolyfilmVerleih

Wir freuen uns auf Ihr Kommen sowie auf das ein oder andere anregende Gespräch nach der Kino-Veranstaltung.

2023: "Lass mich fliegen" - Kinovorführung & Filmdiskussion

Liebe Netzwerkpartner*innen!

Vielen Dank für die zahlreiche Teilnahme zum Kinoevent „Lass mich fliegen“ mit Regisseurin Evelyne Faye in Kooperation mit dem Cinema Paradiso Baden am 11.04.23

Anbei der Link zur Presseaussendung: https://www.meinbezirk.at/baden/c-lokales/lass-mich-fliegen_a5980679#gallery=null

Filmbeschreibung: Regisseurin Evelyne Faye gelingt ein berührendes Portrait vier junger Menschen, die voller Lebensfreude strotzen und klare Ziele verfolgen. Arbeit finden, politisch aktiv werden, heiraten, eine Familie gründen – ein ganz normales Leben eben. Der Film begleitet vier Menschen, für die das Erreichen dieser Ziele mit vielen Hindernissen verbunden ist und die von der Gesellschaft in eine Schublade gesteckt werden: Menschen mit Down-Syndrom.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen sowie auf das ein oder andere anregende Gespräch nach der Kino-Veranstaltung.

Copyright: Gabriela Stockmann

2022: Publikation: Kinder- und jugendpsychiatrischer und therapeutischer Behandlungsbedarf bei fremduntergebrachten Kindern und Jugendlichen. Eine Erhebung der Bedarfslage in Einrichtungen im NÖ Industrieviertel

Kinder- und jugendpsychiatrischer und therapeutischer Behandlungsbedarf bei fremduntergebrachten Kindern und Jugendlichen. Eine Erhebung der Bedarfslage in Einrichtungen im NÖ Industrieviertel

Autorinnen: Dina Weindl · Jessica Peper-Bösenkopf · Theresa Mares · Judith Noske

DOI: https://doi.org/10.1007/s40211-022-00419-y

Zusammenfassung

Ein steigender kinder- und jugendpsychiatrischer Versorgungsbedarf ist in den letzten Jahren deutlich zu beobachten. Die vorliegende Studie befasst sich mit 20 Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen im Industrieviertel (Niederösterreich) und dem kinder- und jugendpsychiatrischen Behandlungsbedarfs der 439 dort fremduntergebrachten Kinder und Jugendlichen. Es zeigen sich bei 270 (62%) der Kinder und Jugendlichen psychiatrische Auffälligkeiten und bei 220 (50,1%) ein oder mehrere psychiatrische Diagnosen. Davon sind 200 Kinder und Jugendlichen bereits in einer kinder- und jugendpsychiatrischen Behandlung. Bei elf Einrichtungen besteht ein Behandlungsbedarf von
80–100% der fremduntergebrachten Kinder und Jugendlichen. Es ergibt sich daraus ein hochbelastetes Helfer:innensystem und eine große Versorgungsnotwendigkeit in den Einrichtungen. Eine intensivere Vernetzung und Zusammenarbeit der involvierten Institutionen bzw. Helfer:innensysteme und einer Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Angebots wäre wünschenswert, um den steigenden psychiatrischen Behandlungsbedarf bei Kindern und Jugendlichen adäquat begegnen zu können.

Abstract

An increasing need for child and adolescent psychiatric care is clearly observed in recent years. The present study deals with 20 child and youth care facilities taking care of 439 children and adolescents, in the industrial district, in Lower Austria. The aim of the study is to evaluate treatment needs of this special group of patients. The care facilities reported that 270 children and adolescents (62%) show psychiatric problems. Of these, 220 (50.1%) are diagnosed with one or more psychiatric diagnoses, and
200 children and adolescents are receiving child and adolescent psychiatric treatment. Eleven care facilities reported the necessity for treatment in 80–100% of their accommodated children and adolescents. This results in highly stressful working conditions for professional psychosocial helpers and high treatment needs within their fosterlings. It is evident that more intensive networking and cooperation between institutions and helpers involved is necessary. Further, the development of new, low-threshold child and adolescent psychiatric services would be desirable to adequately meet the increasing need for psychiatric treatment in children and adolescents.

2022: "Warum ich euch nicht in die Augen schauen kann" - Kinovorführung & Filmdiskussion

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Netzwerkpartner*innen!

Vielen Dank für die zahlreiche Teilnahme an unserem Kinoevent! Besonderen Dank auch an Clemens Engelhardt & Dietmar Wagner für die kurze Podiumsdiskussion im Anschluss zum Film.

Es wurde bei der Podiumsdiskussion nach Informationen über Fortbildungsveranstaltungen zu dem Thema gefragt. Das Ambulatorium Sonnenschein bietet Kurse, sowie eine sehr empfehlenswerte Podcast-Reihe an: https://www.autismuszentrum-sonnenschein.at/wissen-erfahrungen/die-podcast-reihe-des-autismuszentrum-sonnenschein

Untenstehend die Einladung zum Nachlesen.

Wir laden Sie sehr herzlich zum Kinoevent „Warum ich euch nicht in die Augen schauen kann” – Film + Gespräch“ in Kooperation mit dem Cinema Paradiso Baden ein. Die Plätze werden direkt über das Cinema Paradiso Baden und nach dem „First Come First Serve“-Prinzip vergeben – erwartungsgemäß sind die Karten innerhalb von Stunden/Tagen sehr schnell ausverkauft! Die Karten werden zum Sonderpreis von € 7,50 verkauft. Inhaltlich ist der Film aus dem Themenbereich des Autismusspektrum angesiedelt.

 

Datum: 13.09.22, Filmbeginn um 17:30 Uhr, 19:00-20:00 Uhr Diskussion. Ab 20:00 Uhr Ausklang und freies Vernetzen.

 

Nähere Infos zum Film und zum Kartenverkauf: https://www.cinema-paradiso.at/baden/filminfos/film4919/

2022: "Fuchs im Bau" - Kinovorführung & Filmdiskussion

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Netzwerkpartner*innen!

Vielen Dank für die zahlreiche Teilnahme zum Kinoevent „Fuchs im Bau – Film + Gespräch“ mit Gefängnispädagoge Wolfgang Riebniger in Kooperation mit dem Cinema Paradiso Baden am 19.04.22. 


Wir laden Sie sehr herzlich zum Kinoevent „Fuchs im Bau – Film + Gespräch“ mit Regisseur Arman T. Riahi und Gefängnispädagoge Wolfgang Riebniger in Kooperation mit dem Cinema Paradiso Baden ein. Die Plätze werden direkt über das Cinema Paradiso Baden und nach dem „First Come First Serve“-Prinzip vergeben – erwartungsgemäß sind die Karten innerhalb von Stunden/Tagen sehr schnell ausverkauft! Die Karten werden zum Sonderpreis von € 7,50 verkauft.

Datum: 19.04.22, Filmbeginn um 17:15 Uhr, 19:00-20:00 Uhr Diskussion. Ab 20:00 Uhr Ausklang und freies Vernetzen.

Nähere Infos zum Film und zum Kartenverkauf: https://www.cinema-paradiso.at/baden/filminfos/film4644/

2022: Online-Informationsevent zum Thema "Medienkonsum von Jugendlichen"

Liebe Netzwerker*innen,

 

wir freuen uns, dass wir Ihnen die Online-Fortbildung zum Thema Medienkonsum von Jugendlichen am 15.03.22 von 14:00-16:00 Uhr anbieten durften. Hierfür konnten wir wieder DI Barbara Buchegger M.Ed von Safer Internet gewinnen, welche uns durch die Veranstaltung geleitet hat. Anbei ein Auszug aus dem Jugend-Internet-Monitor 2022 zur Nutzung von digitalen Medien von Jugendlichen im Alter von 11-17 Jahren.

(Copyright: Safer Internet: https://www.saferinternet.at/services/jugend-internet-monitor/)

 

Es wurden u.a. folgende Themen behandelt:

– konkrete Anleitung, wie Eltern die Handys von Kindern/Jugendlichen mit maximaler Schutzwirkung einstellen können

– Darknet: Wissenswertes, Gefahren

– Marketingfallen: Lockfallen “leicht verdientes Geld”, Knebelverträge, new economy

– “sugar daddys”, Plattformen, Gefahren, Wissenswertes

 

Nützliche Links zum Thema:

https://www.saferinternet.at/zielgruppen/lehrende/digitale-grundbildung-sek1/

https://www.watchlist-internet.at

https://www.mimikama.at/

https://www.digital-kompass.de/

https://www.gewaltpraevention-noe.at/

https://www.fachstelle.at/portfolio/erlebniswelt-internet/

https://www.saferinternet.at/news-detail/neuer-ratgeber-zum-technischen-kinderschutz-im-internet/

https://www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/zrp/dibi/inipro/saferinternet.html

https://www.sos-kinderdorf.at/so-hilft-sos/einsatz-fur-kinderrechte/besafeonline

 

An dieser Stelle empfehlen wir Ihnen wärmstens den Elternratgeber von Fr. Buchegger (Frag Barbara!) zu typischen Herausforderungen in der Erziehung von Kindern bei der Nutzung des digitalen Raums: https://www.saferinternet.at/services/frag-barbara/.

 

2021: Online-Informationsevent zum Thema "Medienkonsum von (Klein-)Kindern"

Liebe NetzwerkpartnerInnen,

wir freuen uns, dass wir Ihnen eine Online-Fortbildung zum Thema Medienkonsum von (Klein-)Kindern in Webinarform anbieten durften!
Hierfür konnten wir DI Barbara Buchegger M.Ed von Safer Internet gewinnen, welche uns souverän durch die Veranstaltung geleitet hat. Untenstehend finden Sie einen kurzen Themeneinblick sowie den Live-Videomitschnitt der Veranstaltung!

Aktuelle Herausforderungen rund um digitale Medien und kleine Kinder

Nicht erst seit der Pandemie sind kleine Kinder mehr vom Umgang mit digitalen Medien betroffen: Sie nutzen sie einerseits aktiv, anderseits müssen sie manchmal sogar zu den Geräten ihrer Familienangehörigen in Konkurrenz um die Aufmerksamkeit der Erwachsenen treten. Sie hinterlassen seit ihren ersten Lebenstagen ihre Spuren im Internet (z.B. durch Fotos) und kennen eine Welt ohne Internet gar nicht mehr. 

Wie können diese Kinder gut begleitet werden, mit diesen Herausforderungen gut umgehen zu können? Wie können die erwachsenen Bezugspersonen in ihrer Erziehungsarbeit unterstützt werden? Welche Regeln helfen im Familienalltag? Wie können die digitalen Kompetenzen bereits sehr junger Kinder entwickelt werden? 

An dieser Stelle empfehlen wir Ihnen wärmstens den Elternratgeber von Fr. Buchegger (Frag Barbara!) zu typischen Herausforderungen in der Erziehung von Kindern bei der Nutzung des digitalen Raums: https://www.saferinternet.at/services/frag-barbara/. 
Vortrag: Medienkonsum von (Klein-)Kindern
PlayPlay
Vortrag: Medienkonsum von (Klein-)Kindern
previous arrow
next arrow

Broschüre über alle NÖ Kinder- und Jugendnetzwerke

Ein kleiner Blick über den Tellerrand: Der NÖ Gesundheits- und Sozialfonds hat eine Broschüre zur Übersicht über alle NÖ Kinder- und Jugendnetzwerke erstellt. Untenstehend finden Sie die zugehörige Pressemitteilung sowie die Broschüre zum Download!

 

Um Kindern und Jugendlichen bei ihren Problemen noch besser helfen zu können, tauschen verschiedene Berufe im Rahmen von Netzwerken ihre Erfahrungen aus. Diese Kinder- und Jugendnetzwerke gibt es in Niederösterreich mittlerweile im ganzen Land. „Niederösterreich ist das erste Bundesland in Österreich, in dem es in allen Regionen Kinder- und Jugendnetzwerke gibt. Damit treffen sich verteilt über Niederösterreich Fachkräfte, die Kinder und Jugendliche unterstützen, um noch besser zusammenzuarbeiten und den Kindern und Jugendlichen damit noch besser zu helfen“, betont Landesrat NÖGUS-Vorsitzender Martin Eichtinger.


Rund 75.000 Kinder und Jugendliche in Niederösterreich benötigen aufgrund von Problemen – wie zum Beispiel Angst, Essstörung, Sucht, Depression, Autismus, Asthma oder auch Problemen in der Familie – Unterstützung. Je nach Situation in unterschiedlichem Ausmaß. Wobei in vielen Fällen die Hilfe eines Menschen nicht ausreicht, sondern es verschiedener Berufsgruppen bedarf: von Kinderärztinnen und Kinderärzten oder Psychologinnen und Psychologen über Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Lehrerinnen und Lehrer bis hin zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Arbeitsintegration.


Um die Probleme der Kinder und Jugendlichen lösen zu können, ist es wichtig, dass alle diese professionellen Helferinnen und Helfer gut zusammenarbeiten und sich gegenseitig ergänzen. Hilfreich dabei sind „Kinder- und Jugendnetzwerke“. Das erste Kinder- und Jugendnetzwerk wurde vor 15 Jahren im Industrieviertel gegründet. Gefördert durch den NÖGUS gibt es in Niederösterreich mittlerweile in allen Regionen des Landes Kinder- und Jugendnetzwerke auf professioneller und strukturierter Basis sowie Fortbildungen für die Organisatorinnen und Organisatoren.


„Werden Probleme früh erkannt, können Folgeschwierigkeiten verhindert werden“, so Georg Rambauske, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde und Neuropädiatrie und Obmann des Vereins Kindernetzwerk Weinviertel. Spricht ein Kind zum Beispiel nicht gut, kann das dazu führen, dass es sich zurückzieht, Einzelgänger und möglicherweise zum Schulverweigerer wird. Arbeiten aber mehrere Helferinnen und Helfer zusammen, kann schon früh auf mehreren Ebenen Unterstützung geboten werden. Darüber hinaus sind die Angebote der anderen Helferinnen und Helfer besser bekannt und so kann laut Experten schneller der richtige Behandlungsansatz gefunden werden.

Downloads

2020: Wissenschaftliche Publikation in "Psychologie in Österreich"

Jugendliche, Eltern, BehandlerInnen – drei Blickwinkel.

YSR, CBCL und Aufnahmediagnosen im Vergleich bei 11- bis 18-jährigen jugendpsychiatrischen PatientInnen – eine Übersicht.
In einer Kooperation mit der KJPP Hinterbrühl und der Karl Landsteiner Gesellschaft wurde dieses einzigartige Forschungsprojekt ins Leben gerufen. Publiziert in: Psychologie in Österreich 2 | 2020, S. 120-129

Zusammenfassung

Die vorliegende Studie befasst sich mit einer vergleichenden Analyse psychischer Auffälligkeiten bei Jugendlichen zum Zeitpunkt einer stationären Aufnahme in der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Standort Hinterbrühl, aus drei Blickwinkeln. Es wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich die Selbsteinschätzung von 11- bis 18-Jährigen mittels YSR von der Beurteilung der Eltern mittels CBCL und in weiterer Folge von der ICD-10-Diagnose unterscheidet. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Aufnahmediagnose F32.0 gelegt. Die Daten von 95 PatientInnen (64 weiblich, 31 männlich) wurden über einen Zeitraum von drei Jahren erhoben. Es zeigt sich, dass die Aufnahmediagnose eher mit der Selbstbeurteilung der befragten Jugendlichen als mit den Elternratings übereinstimmt. Bei PatientInnen mit der Aufnahmediagnose „Depressive Störung“ zeigt sich in der Selbstbeurteilung im Bereich der internalisierenden Störungen eine höhere Ausprägung. Gleichzeitig findet sich ein signifikanter Unterschied in der Selbst- und Fremdbeurteilung bei internalisierenden Störungen, während dieser bei externalisierenden Symptomen nicht beobachtet werden konnte. 

Abstract

The presented study compares mental problems of adolescent inpatients at the Department of Childhood and Adolescent Psychiatry and Psychotherapy, Hinterbrühl (KJPP Hinterbrühl) considering three different views. The self-evaluation of the patient, assessing YSR, external assessment through one parent, assessing CBCL, and the admission diagnosis using ICD-10. Further, we put emphasis on the admission diagnosis F32.0. The sample contains 95 inpatients (64 female, 31 male) that have been treated at KJPP Hinterbrühl over a three years period. Data shows that the admission diagnosis corresponds better with the self-evaluation than with the parental assessment. Further, depressive patients show higher scores in their self-evaluation concerning internalising symptoms. The whole sample shows significant differences between their self and external evaluation regarding internalising symptoms, whereas no difference in external symptoms is found. 

2020: Online-Informationsevent zum Thema Jugend und Sucht

Liebe NetzwerkerInnen,

am 26.11.2020 von 14.00 – 16.00 Uhr hat ein Online-Informationsevent des Kindernetzwerks Industrieviertel stattgefunden.

Anbei die Links zu den einzelnen Vorträgen!

(Achtung: Möglicherweise ist es nicht möglich, Links/Downloads über den Internet Explorer abzurufen)

Begrüßung
PlayPlay
previous arrow
next arrow
Begrüßung
Webinar Dr. Müller
Webinar Dr. Hörhan
Questions & Answers
previous arrow
next arrow

Untenstehend die ausgesandte Einladung:

 

Was läuft ab? – Ursachen und Motive für Substanzkonsum bei Jugendlichen

 

Dr. Christian Müller & Dr.in Ursula Hörhan, MPH werden für Sie die drängendsten Fragen im Umgang mit
substanzkonsumierenden Jugendlichen behandeln und einen kurzen Überblick über die momentanen „Hotspots“ im Industrieviertel geben. Darüber hinaus werden Sie die Möglichkeit erhalten, Rückfragen an die Vortragenden zu stellen. Nähere Details entnehmen Sie bitte der Einladung im Anhang!

Eine Anmeldung zum Webinar ist nicht erforderlich, Sie können einfach mit Link und Kennwort einsteigen. Sollten Sie unsere Veranstaltung versäumen, so können Sie diese ab Anfang Dezember jederzeit auf der Homepage www.kindernetzwerk.at im Nachhinein abrufen.

Wir bitten Sie, diese Mail sowie die Einladung an Ihre eigene Institution weiterzuverbreiten. Vielen Dank.

2019: Mühsam ist der Weg

Publikation in Zeitschrift: Pädiatrie & Pädologie

Dangl, S. Paediatr. Paedolog. (2019) 54(Suppl 1): 31. https://doi.org/10.1007/s00608-019-0669-7

“Mühsam ist der Weg: Kooperationsvertrag als Basis der Zusammenarbeit”. Von: DSA Stephan Dangl.

 

Kinder und Jugendliche mit psychosozialen Schwierigkeiten leben in Familiensystemen mit komplexen Problemlagen und beschäftigen im Gegenüber viele Hilfedienste verschiedener Institutionen und Professionen. Dabei werden Organisationen mitunter über die Grenzen ihrer Belastbarkeit geführt, und in der Beobachtung von Behandlungsverläufen wird deutlich, dass diese oft an den Schnittstellen der verschiedenen Institutionen scheitern.

Wichtig ist, dass wir im Gegenüber zu einer gemeinsamen Sichtweise und in der Folge zu einem gemeinsamen Ziel kommen, unsere Angebote abstimmen, um effizient zu helfen, Eltern und deren Kinder einbinden, Behandlungspläne anbieten, die Hoffnung und nicht Verwirrung stiften, und neben dem Denken des professionellen Gegenübers zu einem Denken des professionellen Miteinanders kommen.

Netzwerke sind Garanten, um Kooperation zu ermöglichen. Voraussetzung ist, dass sich Helfer kennen, um über die Möglichkeiten, aber auch über die Grenzen der jeweiligen Angebote Bescheid zu wissen, sich über eine gemeinsame Sprache verständigen zu können, Informationen austauschen zu dürfen und einander zu vertrauen.

Helfernetzwerke arbeiten mit Familien in hoch affektiv geladenen Konflikten, die wiederkehrenden Krisensituationen ausgesetzt sind. Das überträgt sich auch auf das Helfersystem und führt dort zu Verstrickungen. Um interinstitutionelles Agieren zu vermeiden, das letztlich zu Ausstoßungsprozessen von zu behandelnden Kindern und Jugendlichen führt, bedarf es Kooperationsverträgen, die Ziele, Behandlungspläne und Fallkoordination festlegen, aber auch die Leiter der betreffenden Einrichtungen verpflichtet, in Konfliktsituationen zu vermitteln.



2018: Überblick über die wichtigsten Vorträge

Das war das Jahr 2018

Ein intensives Arbeitsjahr 2018 neigt sich dem Ende. Es ist Zeit für eine (vorläufige) Rekapitulation – wo wurde das Projektteam des Kindernetzwerks öffentlichkeitswirksam tätig?

– Unterstützung/Mitwirkung bei der Organisation der Filmveranstaltung “Die Beste aller Welten” mit anschließender ExpertInnendiskussion am FH Campus Wien

– Vortrag bei der 12. Jahrestagung der politischen Kindermedizin („Mühsam ist der Weg – Kooperationsvertrag als Basis der Zusammenarbeit“)

– Vortrag bei dem 1. Symposium des Kindernetzwerks Mostviertel („Krisen gemeinsam bewältigen“; Workshop Helferkonferenzen)

– Vortrag bei dem NÖ Zukunftsforum Psychiatrie Mistelbach („Superman-Vortrag“ über das Netzwerken im Industrieviertel)

– Vortrag bei einer Veranstaltung des NÖGUS und des Landesschulrat zur Verbesserung der Zusammenarbeit der NÖ Kindernetzwerke und Beratungsstellen mit dem System Schule und Kindergarten (Information zum Arbeitskreis Schule)

 

 

Wir danken unserem Fördergeber (NÖGUS) für die Unterstützung und freuen uns auf ein neues spannendes Jahr 2019!



Zeitungsartikel zu unserer 10. Jubiläums-Kindernetzwerktagung!

Das Schwechater Bezirksblatt informiert über das “Best-Practice-Beispiel Kindernetzwerk Industrieviertel”: Artikel

 

Auch das Mödlinger Bezirksblatt informiert über das Best Practice Beispiel “Kindernetzwerk Industrieviertel”: Artikel

Kindernetzwerk Industrieviertel als Best-Practice Beispiel

Die psychosoziale Betreuung soll in ganz NÖ verbessert werden. Hierbei sollen in allen Landesteilen Netzwerke nach dem Best-Practice Modell “Kindernetzwerk Industrieviertel” entstehen. Nachzulesen im Standard und auf orf.at.

NÖN Artikel zur 8. Kindernetzwerktagung

Nachtrag: Der NÖN-Artikel zur Netzwerktagung 2015 ist eine Bestätigung für das öffentliche Interesse am Vernetzungsprojekt.

8. Hinterbrühler Symposium

Anlässlich des 8. Hinterbrühler Symposiums im Nov. 2014 wurde von Stephan Dangl und Brigitte Winter ein Arbeitskreis Helferkonferenzen angeboten. Der veröffentlichte Artikel in der Fachzeitschrift der Heilpädagiogischen Gesellschaft findet sich hier(Heilpädagogik, 58. Jahrgang, Heft 2 Februar 2015, ISSN 0438-9174)

„Ene meine meck, und du bist weg“

Dieses Referat wurde beim 7. Hinterbrühler Symposium “Ich-Wir-Wer?” – Die Helfenden im Blick, gehalten.Referentin: Dr. Martina Grögl-Buchart

Artikel Sozialarbeit vom Gruppenarbeiter zum Organisationsentwickler in der SIO, Ausgabe 22013

Hier finden Sie den von Frau DSA Brigitte Winter und Herrn Prim. Dr. Rainer Fliedl verfassten Artikel zum Thema “Sozialarbeit vom Gruppenarbeiter zum Organisationsentwickler – Helferkonferenzen als Beispiel einer Netzwerkorganisation”, der in der Zeitschrift SIO (Sozialarbeit in Oesterreich – Zeitschrift für Soziale Arbeit, Bildung und Politik) in der Ausgabe 2/2013 veröffentlicht wurde.

Artikel Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Behandlung

E-Journal für biopsychosoziale Dialoge in Psychotherapie, Supervision und Beratung Ausgabe 02/2013; Artikel von Ernst Tatzer, Lilly Damm, Brigitte Winter, Rainer Fliedl

Das Kindernetzwerk Industrie Viertel. --- Eine Vision und erste Schritte einer Realisierung --- Dr. Rainer Fliedl

Im Rahmen des Workshops am 24.09.2012
“Psychosoziale Planungs- und Versorgungskonzepte für Kinder und Jugendliche”
der Gesunden Österrreich GmbH (GÖG) wurde das Projekt Kindernetzwerk industrieviertel vorgestellt.

29. Jahrestagung der ÖGKJP „bad or mad or ... “ in Salzburg, 23.2.2012

Fliedl „Überlegungen zur vernetzten Arbeit“

Ghanim „Jugendliche zwischen den Sesseln“

Dokumente

Referat Fachaustausch am 25.5.2007 (Charwath)

Im Laufe meiner Tätigkeit im Krisenzentrum Wiener Neustadt sind wir in den vergangenen 6 Jahren auf verschiedenste Formen von Krisensituationen gestoßen. Gerade in den letzten Jahren hat sich vermehrt gezeigt, dass nicht nur für Jugendliche in psychosozialen Krisensituationen Platzanfragen ans Krisenzentrum kommen, sondern die Nachfrage für Krisenaufnahmen v. a. in zwei anderen Bereichen stark vorhanden ist.

Handbuch zur Netzwerkentwicklung

Dokumente

Die Entwicklung des Kindernetzwerks Industrieviertel

Artikel über die Entwicklung des Kindernetzwerks Industrieviertel